St. Franziskus

Er hieß eigentlich Johannes,

aber man nannte ihn allgemein Francesco. Das ist die italienische Form von Franziskus und bedeutet Franzose. Seine Mutter stammte nämlich aus vornehmer französischer Familie. Johannes oder Francesco oder Franziskus oder Franz kommt 1182 in der italienischen Stadt Assisi zur Welt.

Sein Vater, ein reicher Großhändler, lässt dem Sohn eine gute Bildung zukommen. Der hochbegabte Franz liebt die Musik, die gepflegten Formen, liebt das Leben. Wie die jungen Leute zu allen Zeiten schwärmt er, träumt, verschwendet, feiert, ist Mittelpunkt der Jugend von Assisi. Als Christ lebt er nicht anders als seine Kameraden. Dann kommt die Wende: Im Stadtkrieg zwischen Assisi und Perugia (1202) gerät er für ein Jahr in Gefangenschaft und wird anschließend krank. Das wirft ihn aus der Bahn. Er denkt über sich nach, über Gott nach, über das Wesentliche. Und-wir sagen es so leicht dahin, aber was für eine kraft mag dahinter verborgen sein-Franz wird bewusster Christ.

Auf einmal ist der Vater entsetzt. Er sperrt den Sohn ein. Die Mutter befreit ihn. Der Vater enterbt den Sohn und sagt sich von ihm los. 1209 ist dem Siebenundzwanzigjährigem klar, was er will. Die Armut will er Leben. Er soll ich so auf Gott verlassen, dass er sich um nichts Größe. Das war für seine Umwelt Heller Wahnsinn. Was soll diese Armut? Ist Francesco noch normal? Mit vier Gefährten zieht er sich in die Einsamkeit zurück: Ein Kaufmann, ein Richter, ein Priester und ein Bauer wagen es, nach dem Evangelium zu Leben.

 

Quelle: aus dem Buch „So bunt ist unser Glaube“ 4. Auflage 1986

Geboren1181 oder 1182 (Assisi in Italien)
Verstorben3. Oktober 1226 (Die Kapelle Portiuncula vor Assisi)
Heiligsprechung16. Juli 1228 durch Gregor IX.
Festtag4. Oktober (katholisch),
3. Oktober (evangelisch)
SchutzpatronItaliens, der Tiere, des Naturschutzes
AttributeMit Stigmata, den Vögeln predigend, mit dem Wolf von Gubbio